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Satanistenpaar in Psychiatrie verlegt -

 Haftunterbrechung drohte wegen Überbelegung

 

Das Hochzeitsfoto (Fahndungsfoto der Polizei): Manuela und Daniel (25) einen Monat vor dem Ritual-Mord

Kurz vor Ablauf der gesetzlichen Fristen aus Haftanstalten wurde das Satanistenpaar aus Witten in die Psychiatrie verlegt. Anfangs hatten die Behörden Schwierigkeiten gehabt, wegen der Überbelegung im nordrhein-westfälischen Maßregelvollzug Therapieplätze in Kliniken für psychisch kranke Straftäter zu finden. Ohne eine Unterbringung in einer entsprechenden Psychiatrie hätte die vorübergehende Freilassung gedroht. Der Anwalt von Manuela Ruda (24) hatte bereits einen Antrag auf Haftunterbrechung gestellt, falls seine Mandantin nicht bis zum 6. Februar aus der JVA in den Maßregelvollzug verlegt werde, erklärte die Staatsanwaltschaft Bochum.

Manuela Ruda wurde daraufhin von der JVA Gelsenkirchen in die Forensik in Lippstadt-Eickelborn überstellt. Daniel Ruda war bereits von der JVA Bochum in die Forensik Düren verlegt worden.

Die Forensik in Düren

Die Forensik in Düren, in der sich Daniel Ruda befindet, ist die modernste Deutschlands. Sie wurde Mitte der 80er Jahre nach niederländischem Vorbild für rund 45 Millionen Mark erbaut. 120 männliche Straftäter leben auf einem locker bebauten Areal: Glasfassaden, helle Farben und wenig Gitter sorgen für eine beruhigende Atmosphäre. Gräben, Mauern und Kameras sollen Fluchtversuche verhindern. Der Hochsicherheitstrakt ist ein weitläufiges Gelände mit Cafeteria, Schulungsräumen, Mehrzweckhalle und Grünanlage. Viele Patienten hinter der Mauer stehen unter Beruhigungsmitteln, können sich aber frei bewegen und bewohnen eigene Appartments. Hier wohnen männliche Patienten, die straffällig geworden sind, aber aufgrund ihrer psychischen Erkrankung nicht schuldfähig sind und somit einer psychiatrischen Behandlung zugeführt werden. Im Vergleich zu anderen Kliniken sind die Inhaftierten nur gering aggressiv. Besonders gefährliche Täter sind in 24 speziell gesicherten Zellen untergebracht. Aufgrund der nach den Vorstellungen der Therapeuten ausgerichteten architektonischen Gestaltung sowie der Möglichkeit einer größtmöglichen Sicherung nach außen bietet die Forensische Abteilung in Düren einen hohen Standard im Hinblick auf Heilung und Sicherung.

Die Klinik Lippstadt-Eickelborn

Inmitten der ländlichen Idylle zwischen grünen Feldern und grasenden Ziegen liegt die Klinik Lippstadt-Eickelborn, in der Manuela Ruda untergebracht ist. Die Anlage ist bundesweit mit rund 360 Patienten die größte Einrichtung für psychisch kranke Straftäter. Hohe Zäume, Gitterstäbe vor den Fenstern, dick wie Wasserschläuche, malen lange Schatten an die Wände der Zimmer, die Zellen sind. Pförtner hinter Panzerglas öffnen die Durchlässe in den 4,50 Meter hohen Zäunen mit doppeltem Stacheldraht und Kameras elektronisch erst nach Mikrofonkontakt und Blick auf die Monitore. Schlüssel gibt es hier nicht. Sicherheitsschleusen geben den Weg zu den beiden Etagen nur frei, wenn die stählernen Eingangstüren wieder fest verriegelt sind. Die rund 530 Mitarbeiter der Klinik versuchen durch verschiedene Methoden den Patienten zu helfen. Das Ziel: Die Männer und Frauen sollen ihre Krankheit so weit in den Griff bekommen, dass sie anschließend ein Leben ohne Strafdelikte führen können.

Das Satanisten-Paar Ruda war nach dem Ritual-Mord an dem 33-jährigen Bekannten Frank H. zu Haftstrafen mit Unterbringung in der Psychiatrie verurteilt worden. Nachdem das Urteil vom 31. Januar 2002 am 6. November rechtskräftig wurde, hatten die Behörden drei Monate Zeit, um die Verurteilten aus dem normalen Strafvollzug in die Psychiatrie zu verlegen.

 

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