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Einen Bericht über eine Massen-Vampirjagd im Highgate-Friedhof gab es am 14. März 1970 in der "London Evening News" mit der Überschrift "Mr. Blood jagt im Friedhof nach Vampiren!". Laut diesem Artikel hatten sich rund 100 Menschen an einer Vampirjagd im Friedhof von Highgate beteiligt, und zwar unter der Leitung eines erfahrenen Vampir-Experten mit dem bezeichnenden Namen "Mr. Blood", einem 25jährigen Geschichtslehrer. Der Massen-Vampirjagd ging ein Fernsehinterview am Abend zuvor voraus, bei dem der 24jährige David Farrant seine Vorhaben erklärt hatte, wie er einem Vampir, der in diesem Friedhof sein Unwesen treibe, einen Pfahl durch das Herz bohren wollte. Mr. Blood erläuterte in dem Interview, dass er sich mit Mr. Farrant in einer Kneipe getroffen und mit ihm verschiedene Wege zur Bekämpfung des Vampirs erörtert habe. Er wolle persönlich nach Sonnenuntergang den Vampir abpassen. Er sei sich sicher, dass es sich offenbar um ein satanisches Wesen handeln müsse. Eine große Menschenmenge versammelte sich infolgedessen vor dem Highgate-Friedhof, einige überkletterten sogar die hohe Friedhofsmauer, um sich der Jagd anzuschließen. Manche kamen danach zitternd und verängstigt wieder herunter und erklärten, "irgend etwas im Dunkeln herumkriechen" erspäht zu haben.
Ein paar Tage später erschienen in der englischen Presse weitere Artikel in denen es hieß, Mr. Blood setze seine Vampirjagd fort und auch David Farrant wollte unabhängig von Mr. Blood Recherchen angekurbelt haben. Man hatte Farrant zwar darauf aufmerksam gemacht, dass ein Privatleute einen Film mit dem Titel "Vampire in der Nacht" auf dem Friedhof von Highgate gedreht hätten, was möglicherweise die Gerüchte in Gang gebracht hätten. Doch Mr. Farrant ließ sich nicht beirren. Er habe einige Male mit eigenen Augen eine rätselhafte, düstere Gestalt beobachtet, die durch den Friedhof schlich, und außerdem seien einige Grabstätten ramponiert worden. Einige Zeit später stand Farrant nach Berichten der "Daily Mail" angeblich wegen Hausfriedensbruch vor Gericht, da er beim Übersetzen über die Mauer des Highgate-Friedhofs von der Polizei gestellt worden sei. Bei seinem Vorhaben sei er nebenbei bemerkt mit einem großen, hölzernen Kreuz und einem angespitzten Pfahl "bewaffnet" gewesen. Mr. Farrant bekannte sich in dem Prozeß nicht schuldig, Hausfriedensbruch aus unlauteren Motiven begangen zu haben, und der Richter stellte das Verfahren gegen ihn ein, nachdem die Verteidigung angeführt hatte, dass es sich bei dem Friedhof nicht um ein der Allgemeinheit verschlossenes Gebiet handle und die Anklage wegen Hausfriedensbruch daher haltlos sei. Interessant ist die Aussage des Verteidigers von Mr. Farrant: "Das Gericht kann nicht nachweisen, dass mein Mandant nicht guten Glaubens gehandelt hat. Schließlich haben verschiedene Leute ein Vermögen ausgegeben, um dem Ungeheuer von Loch Ness und anderen solchen Ungeheuern auf die Spur zu kommen. Und diese Erscheinungen sind sicherlich nicht glaubwürdiger als diejenigen, von deren Existenz mein Mandant überzeugt ist." Nach diesem Prozeß druckte die "Evening
News" einen Bericht mit Fotos mit der Überschrift: "Mitternächtliche Suche nach dem Vampir von Highgate."
Und auch diesmal zeigte sich Mr. Farrant in großer Form, als er den Reporter
der Zeitung auf einen ereignisreichen nächtlichen Ausflug zu den Gräbern und
Grüften des Highgate-Friedhofs mitnahm. Beide konnten keinen Vampir aufspüren, doch es gab nach dieser Nachtwache dennoch einen aufregenden Artikel, und die Stimmung war ergreifend genug für den Reporter von der "Evening News", der in seinem Artikel weiter berichtet: "Noch vor ein paar Stunden, in meinem gemütlichen Büro, war es einfach, über Dämonen, Geister und ähnliches sich zu belustigen. Doch als die Glocken Mitternacht schlugen und David voller Freude verkündete: "Das ist die Gespensterstunde!", da war es auf einmal gar nicht mehr so komisch." Der Bericht des Reportes wurde noch zurückhaltender, als er
anfügte, dass die Anhänger des Okkulten behaupteten, der
Vampir gehe auf dem Friedhof um, seit die Anhänger der schwarzen Magie dort
ihre schrecklichen Messen abhielten. Mr. Farrant meinte dazu: "Das
ist kein Spaß, und man sollte auch nicht darüber Witze machen. Die Zirkel der
schwarzen Magie begehen grässliche Freveltaten auf den Friedhöfen. Ich habe
eine Reihe von erbrochenen Särgen dort gesehen und bin
sicher, dass sich dort ein Geist herumtreibt. Immerhin habe ich ihn schon mit
eigenen Augen gesehen. Er war ca. 1,80 m groß und schien über dem Boden
zu schweben." |
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