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Der fünfte Prozesstag
Der Prozess gegen das Satanisten-Pärchen Manuela (23) und Daniel Ruda (26). Nun ging es um die alles entscheidende Frage: Wie irre sind die beiden wirklich? Sind sie so krank, dass sie nicht in einem Gefängnis für ihren gemeinschaftlichen Mord an Frank H. (33) büßen müssen? Gleich drei Sachverständige, darunter der angesehene Forensik-Experte
Norbert Leygraf (Universität Essen), haben die Angeklagten „exploriert“,
der Fachbegriff für die eingehende psychologische Untersuchung. Die Gutachter über Daniel Ruda:
„Daniel R. hat eine narzisstische Persönlichkeitsstörung, d. h. er ist nur
auf sich selbst fixiert. Mit 14 Jahren hatte er schon davon geträumt,
Menschenblut zu trinken. Eine Vision sagte ihm, er solle den zweiten Teil
seiner Seele suchen. In Manuela fand er sie. Sie passten wie Schlüssel und
Schloss zueinander und verhakten sich in tragischer Weise. Der Wahn
gipfelte in der Idee, einen Menschen zu opfern, um in Satans Armee
einzutreten. Sie töteten ihren Freund, weil er der letzte Bekannte aus der
normalen Welt war. Der Angeklagte stellt langfristig eine Gefahr dar. Er
könnte noch einmal so eine Tat begehen.“ |
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