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Über die Auftritte im Gerichtssaal
Manuela Ruda (23), die gemeinsam mit ihrem Ehemann einen Freund bestialisch ermordete, erscheint wie eine Diva im Gerichtssaal. Teuflisch geschminkt. Lange, lackierte Fingernägel. Den Teint mattiert sie sich ebenmäßig blass. Die Brauen hat sie sich abrasiert. Dafür malt sie zwei feine schwarze Linien über ihre Augen. Auf die Wangenknochen pudert sie sich spitze Schatten. Lippenfarbe tiefrot – als hätte sie gerade Blut getrunken... Auch Daniel Ruda zeigt beim ersten Verhandlungstag seine zu Krallen gefeilten Fingernägel, dann erscheint er mit einer frischen Narbe im Mundwinkel. Die Gesten und Grimassen der Angeklagten sind keine Zufall. Psychologische und psychiatrische Gutachter bescheinigten dem Paar "erhebliche narzisstische Persönlichkeitsstörung", die sich in "überbordender Selbstbezogenheit und Selbstzentriertheit" äußere. Am Verhalten der Rudas läße sich das typische Verhalten von Menschen, die an krankhafter Selbstliebe (Narzissmus) leiden, erkennen. Der Narzisst leitet alles von sich selbst ab, er ist das Mass aller Dinge, seine eigene Befindlichkeit ist wesentlich und wichtig für ihn und eigentlich ausschlaggebend. Der Rest der Welt interessiert ihn nicht, ganze Völkerstämme können verrecken, er liebt nur sich selbst. Dazu gehört auch die Überzeugung, "besonders" und einzigartig zu sein und nur von anderen besonderen Menschen oder solchen mit hohen Status verstanden zu werden oder mit diesen zusammen sein zu können, ausserdem ein grandioses Gefühl der eigenen Wichtigkeit, sowie übertriebene Erwartungen an eine besonders bevorzugte Behandlung oder automatisches Eingehen auf die eigenen Erwartungen. Der Narzisst hat Bewunderung für andere, solange sie als "außerordentlich" erlebt werden und Verachtung für alle anderen, die als nicht-perfekt erlebt werden. |
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