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Dritter Tag des "Satanisten"-Prozesses

 

Im Bochumer "Satanisten-Prozess" haben Vernehmungsbeamte der Polizei den angeklagten Daniel Ruda (26) als kühlen Menschen beschrieben, der keinerlei moralische Verantwortung für sein Verbrechen zeige. "Wir hatten fast das Gefühl, dass er auswendig gelernte Sachen von sich gibt", sagte der Leiter der Mordkommission. 

Sein angeblich böses Image stellte der 26-Jährige zum Auftakt des dritten Verhandlungstages am Donnerstag erneut zur Schau. Als er den Schwurgerichtssaal betrat, breitete er die Arme aus und rief laut: "Mein Volk!" Der Mann ist sich seiner Wirkung sicher, schließlich stehen die Zuschauer schon morgens um sechs vor dem Gerichtsgebäude, um sich ihre Plätze bei dem bizarren Prozess zu sichern.

Heute schilderte der Gerichtsmediziner die grausigen Einzelheiten der Tat. Der Experte: "Sie haben immer wieder auf den Toten eingestochen." Als die Leiche gefunden wurde, lagen kleinere Messer, ein Tapetenmesser, eine Machete und ein Zimmermannshammer auf dem Boden. Der Experte: "Im Bauch des Toten steckte noch ein Skalpell." Mit den Waffen sei "mehrfach in die blutenden Wunden geschlagen" worden. "Sämtliche Verletzungen sind dem Opfer zugefügt worden, als es bereits auf dem Boden lag", so der Rechtsmediziner.

Damit widerspricht er dem Geständnis von Manuela R. (23). Sie sagte gestern, dass sie und ihr Ehemann Daniel (26) "nicht auf den am Boden Liegenden eingemetzelt" hätten.

Frühere Freunde der mitangeklagten Manuela Ruda (23) zeigten sich entsetzt über das ebenfalls aggressive Verhalten der Ehefrau von Daniel Ruda. Sie schilderten schilderten Manuela als Opfer ihres Mannes. "Ich kenne sie nur als herzensguten Menschen", sagte eine Wittenerin (43) im Zeugenstand des Schwurgerichts. Erst nach der Hochzeit mit Daniel Ruda (26) sei ihre junge Freundin kälter und abweisender geworden. 

Zu Daniel Ruda hatten die früheren Freunde der 23-Jährigen kaum Kontakt. Im Prozess beschrieben sie ihn als unnahbar und brutal. "Den mochte man gar nicht ansprechen", sagte die Wittener Zeugin. "Er hatte diesen giftigen Blick." In einer Disco der kleinen Ruhrgebietsstadt sei er angeblich als Schläger und Neonazi bekannt gewesen.

Die früheren Freunde von Manuela Ruda haben den 26-Jährigen kaum kennen gelernt. Sie glauben, dass die Angeklagte ihn nur geheiratet habe, um gemeinsam mit ihm zu sterben. Deshalb habe sie sich von ihren Bekannten auch immer weiter distanziert. 

"Sie hat an den Satanismus geglaubt", erinnerte sich ein früherer Freund (35) der Angeklagten vor Gericht. Einmal habe sie auch ihm einen Schnitt in den Unterarm versetzt, um das austretende Blut gemeinsam mit ihm zu trinken. Offenbar sollte damit das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt werden.

Der Prozess wird am 21. Januar mit weiteren Zeugenvernehmungen fortgesetzt.

 

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