Der zweite Verhandlungstag
Im Prozess um den Satanistenmord von Witten hat das angeklagte Ehepaar am zweiten Verhandlungstag die Bluttat mit vielen Details gestanden. Die 23-jährige Angeklagte schilderte am zweiten Prozesstag in einer 20-minütigen Aussage den Mord selbst, ihr Mann ließ dagegen seinen Anwalt eine Erklärung verlesen. Manuela Ruda sagte, sie habe die Tat "auf Befehl Satans" begangen: "Das war kein Mord." Sie hätten ihr Opfer nur "vom sterblichen Fleisch befreit".
Ihr Ehemann Daniel bestätigte diese Aussage weitgehend. Er habe den Befehl bekommen, Satan am 6. Juli ein Opfer zu bringen. Genau an diesem Tag hatte das Ehepaar nach eigenen Aussagen im vergangenen Sommer einen 33-jährigen Bekannten in ihrer Wohnung grausam getötet. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau und ihrem drei Jahre älteren Ehemann Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Laut der Boulevard-Presse schlug ihr Mann zunächst mit einem Hammer auf das Opfer ein. Nachdem ihr Mann mit einem Hammer auf den Wehrlosen eingeschlagen hatte, habe Satan auf ein Messer geleuchtet und gerufen: "Setze den Herzstich!". Schliesslich hätten die beiden mit einem Messer immer wieder zugestochen, bis er sich nicht mehr bewegte. Als der Mann starb, habe das Licht kurz aufgeflackert. Das sei für sie das Zeichen gewesen, dass die Seele "auf dem Weg nach unten" ist. Auch ihr Mann berief sich darauf, im Dienst des Teufels gehandelt zu haben. Sie wollten "Satan einen neuen Hofnarren schenken" und hätten für das Opfer "das Beste" gewollt. An die Tat selbst könne er sich nicht mehr erinnern: "Ich befand mich wie im Rauschzustand." Aus diesem sei er erst wieder erwacht, als das verstümmelte Opfer vor ihm lag. "Das eigentliche Ziel dieser
Heirat war die gemeinsame Beerdigung", fasste der Vorsitzende Richter
die Motivation für die Beziehung zusammen. Nach Aussagen eines Vernehmungsbeamten hat die Frau direkt nach ihrer Festnahme erklärt, Satan habe sie verlassen. Es habe mehrere Pläne zum Selbstmord gegeben: Die Pulsadern aufzuschneiden sei verworfen worden, nachdem sie bei ihrem Opfer gesehen hätten, wie lange das Verbluten dauere. Weitere Pläne seien gewesen, sich in Dänemark zu erschießen, frontal mit einem Auto voll Benzin gegen einen Lastwagen zu fahren oder eine Überdosis Medikamente zu nehmen. In Apolda (Thüringen) hatten sie auch eine Apotheke überfallen, aber zu wenig Medikamente bekommen. Nach den zahlreichen Berichten in
der Boulevard-Presse 23-Jährige sagte angeblich, sie habe mehrfach Kontakt zu Vampiren gehabt und sei dadurch nachhaltig geprägt worden.
Seit jener Zeit sei sie extrem lichtempfindlich.
Die bizarre Bitte der Angeklagten, den Saal zu verdunkeln, lehnte der
Vorsitzende Richter Arnjo Kerstingtombroke jedenfalls ab. Sie lebe nur
nachts und schlafe tagsüber, hatte ihr Verteidiger die fanatische Sucht
nach Dunkelheit begründet. Immerhin eine Sonnenbrille durfte die
komplett in Schwarz gekleidete junge Frau schließlich aufbehalten, als
sie von ihrer satanistischen Karriere berichtet. "Es war kein Mord", erklärte Manuela Ruda die Tat immer wieder mit
fester Stimme. "Wir konnten ihn gut leiden. Es war nicht böse gemeint."
Ihr Mann fügte in einer vom Verteidiger verlesenen Erklärung hinzu: "Ich
kann nichts bereuen. Das wäre eine Beleidigung Satans." Manuelas Verteidiger sagte, er erhoffe sich von der Aussage eine Strafmilderung. "Das sind kranke Menschen. Das Gericht soll mitkriegen, was in ihren Köpfen vorgeht." |
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